Bitcoin comparison

BitBucks und Co. – Payment-Plattformen für Bitcoin im Einzelhandel

Es gibt für Händler viele Methoden, um es den Kunden zu ermöglichen, mit Bitcoin zu bezahlen. Wir stellen die gebräuchlichsten davon vor, erklären, welche davon für welchen Zweck am besten geeignet sind und was BitBucks zu einer idealen Alternative für Bitcoin-Zahlungen im Einzelhandel macht.

Januar 28, 2020

Nicht jedes Werkzeug passt für alle Anwendungen. Wer schon einmal versucht hat, ein Stück Fleisch mit einem Löffel zu schneiden oder eine Mutter mit einem Schraubenzieher anzuziehen, dürfte das wissen.

Auch bei Bitcoin-Wallets und -Zahlungsdienstleistern ist es nicht anders. Welches Werkzeug das richtige ist, hängt davon ab, was man tun möchte: Möchte man Waren online verkaufen? Sind es physische Güter – oder digitale Produkte wie ein Account? Oder bietet man seine Waren vor Ort im Einzelhandel an?

Es gibt für jedes Szenario die geeignete Software. Wer die richtige auswählt, wird ohne jede Probleme in der Lage sein, Bitcoins zu akzeptieren. Wer sich dagegen für das Falsche entscheidet, wird sich unnötige Komplikationen einhandeln. 

 

E-Commerce 

BitPay und Co: Zahlungsdienstleister, um Bitcoins online zu empfangen

BitPay ist der älteste und nach wie vor größte Zahlungsdienstleister für Bitcoins. Allerdings bieten immer mehr Firmen – etwa OpenNode, CoinGate und Coinify – einen nahezu identischen Service an.

Für viele Händler dürfte BitPay sehr dem entsprechen, was sie gewohnt sind. Der Full-Service-Zahlungsdienstleister verarbeitet die gesamte Bitcoin-Bezahlung für Händler: vom Erstellen der Zahlungsaufforderung über die Prüfung der Zahlung bis zur Auszahlung der Bitcoins, die auf Wunsch auch gerne in Euro gewechselt werden. Der Zahlungsdienstleister stellt seinen Kunden dafür verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, um sein System in Webshops zu integrieren, beispielsweise WooCommerce.

Wenn man in seinem Online-Shop Bitcoin-Zahlungen empfangen möchte, ist ein solcher Zahlungsdienstleister eine gute Wahl. Er macht die Handhabung einfach, bietet einen meist kompetenten Support sowohl für Händler als auch Kunden, und erlaubt es, am Ende keine im Wert schwankenden Bitcoins, sondern Euro, Dollar oder andere Fiat-Gelder zu erhalten.

Diese Zahlungsdienstleister haben jedoch einen gravierenden Nachteil: Sie prozessieren in der Regel nur Bitcoins onchain. Dies bedeutet, dass Transaktionen für die User oft teuer sind und es lange dauert, bis sie bestätigt werden. Wer beispielsweise Güter physisch versendet, kann auch unbestätigte Transaktionen annehmen, und erst vor dem Versenden prüfen, ob eine Bestätigung vorliegt. Es ist in diesem Fall jedoch wichtig, zu verstehen, wie Bitcoin funktioniert und wie dies mit dem eigenen Shop-System interagiert.

Die Gebühren, die die Kunden bezahlen müssen, werden rückwirkend auch ein Problem des Händlers: Sobald er die eingenommenen Bitcoins bewegt – sei es in eine andere Wallet oder auf eine Börse – muss er ebenfalls Gebühren bezahlen.

Einige der Zahlungsanbieter unterstützen auch Offchain-Zahlungen mit Lightning. Dies reduziert zwar die Gebühren und beschleunigt die Bestätigung, verkompliziert aber die Nutzung.
 

BTCPayServer: Der selbst gehostete Zahlungsdienstleistern

Eine seit etwa zwei Jahren gängige Alternative zu BitPay und Co. ist der BTCPayServer. Er richtet sich an erfahrene User und bietet ein selbstgehostetes Checkout-System, das dem von BitPay sehr ähnlich ist. Für viele ist reizvoll, dass hierbei kein Mittelsmann im Spiel ist. Schließlich steht Bitcoin genau dafür – dass man keine Bank mehr braucht, sondern autonom ist.

Die Option, empfangene Bitcoins in Euro oder Dollar zu wechseln, entfällt hierbei natürlich. Für Händler, die eine solche Sicherheit benötigen, ist der BTCPayServer dementsprechend keine Option.

BTCPayServer erlaubt es auch, Zahlungen mit Lightning anzunehmen. Dies allerdings verlangt, dass der Händler einen Bitcoin Full Node in der Cloud hostet. Dies erhöht die Basis-Kosten und den Einrichtungs-Aufwand und dürfte daher nur etwas für sehr erfahrene User sein. Gerade ein System wie BTCPayServer, das ohne einen Mittelsmann wie BitPay auskommt, veranschaulicht die Mehrlast, die Lightning dem Bezahlen mit Bitcoin aufbürdet.

Für die meisten Händler wird es nicht in Frage kommen, den BTCPayServer mit Lightning zu betreiben. Für sie besteht daher weiterhin das Problem, das Zahlungen teuer und – je nach Kontext – auch langsam sind.
 

Einzelhandel

Es ist zwar theoretisch möglich, Zahlungsdienstleister wie BitPay auch im Einzelhandel zu verwenden. Allerdings wird dies lediglich zur Folge haben, dass man ein übertrieben komplexes Interface hat und sein System sowohl für Personal als auch Kunden unnötig schwer zu bedienen macht. Es geht auch auf vielfache Weisen einfacher.

 

Terminals (POS)

Für den Einzelhandel bieten sich maßgeschneiderte Terminals an, wie beispielsweise von Paytomat oder Salamantex. Dieses Terminal ist an sich lediglich eine Wallet auf ein Smartphone, die dafür konzipiert ist, um es beispielsweise Gastronomen einfach zu machen, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu akzeptieren.

Wie bei allen bisher vorgestellten Lösungen sind die hohen Gebühren für Zahlungen sowie die mitunter lange Dauer bis zur Bestätigung ein Problem, das den Nutzen in vielen Fällen erheblich einschränkt. Im Einzelhandel sind die Folgen davon schwer einzuschätzen: Auf der einen Seite gibt es so gut wie keine – wenn nicht überhaupt keine – Berichte von Gastronomen, die durch sogenannte Double Spends von unbestätigten Transaktionen Geld verloren haben. Auf der anderen Seite gehen Händler insbesondere bei teuren Produkten – etwa Edelmetalle oder Elektro-Artikel – ein hohes Risiko ein, wenn sie nicht auf die Bestätigung der Transaktion warten. Und dies kann unter Umständen lange dauern...

Wie so oft wird hier als Lösung Lightning angeboten, um Transaktionen offchain zu prozessieren. Allerdings geht Lightning auch hier mit einer sehr viel höheren Infrastrukturanforderung an die Händler einher und erhöht die Komplikation beim Kunden. So erfordert eine Lightning-Transaktion beispielsweise eine sehr viel schnellere Internet-Verbindung als eine normale Transaktion; schwächelt die Verbindung kann es auch 30 oder mehr Sekunden dauern, bis eine Transaktion zu sehen ist. Dies dürfte für die meisten Händler ein No-Go sein.

 

Einfache Wallets

Viele Händler gehen davon aus, dass sie eine spezielle Software oder Technologie benötigen, um Zahlungen zu akzeptieren. Dies sind sie von der üblichen Methode, Zahlungen zu verarbeiten – durch Terminals – gewohnt.

Die Stärke von BitPay und Co ist es, Zahlungen in die User-Erfahrung von Webseiten zu integrieren. Dies ist ein wertvoller Service. Wenn es aber keine Webseite gibt, sondern die Zahlungen von Person zu Person stattfinden, ist eine Software einer dritten Partei geradezu ein Bruch mit den Prinzipien von Bitcoin. Sie sind von niemandem abhängig. Darum geht es ja.

Anstatt einer speziellen, meist kosten- oder gebührenpflichtigen Software eines Drittanbieters reicht eine einfache, kostenlose Wallet vollkommen aus. So nennt man die Software, durch die User von Bitcoin Geld speichern, empfangen und versenden. Gerade im Einzelhandel ist prinzipiell nicht mehr notwendig, als ein Smartphone oder ein Tablet mit einer Wallet, um Geld zu empfangen und zu versenden. 

Es gibt hierfür eine reiche Auswahl an Wallets. Diese dokumentieren auch die Zahlungen, so dass auch im Nachhinein erkennbar ist, wann wieviel bezahlt wurde. Als Händler sollte man darauf achten, dass eine Wallet dabei die Beträge nicht nur in Bitcoin, sondern auch in der hiesigen Fiat-Währung anzeigt.

Ein Problem bleibt aber nach wie vor bestehen: Bitcoin-Zahlungen sind, wie gesagt, oft langsam und teuer. Das Lightning-Netzwerk könnte hierfür zwar eine Lösung sein, ist aber unter praktischen Umständen oft nicht zu benutzen.

 

BitBucks

Eine Möglichkeit, um die Probleme von Bitcoin-Transaktionen zu umgehen, ohne sich mit Lightning neue Probleme aufzuladen, bietet BitBucks. 

Damit löst BitBucks das Kernproblem der Bitcoin-Zahlungen im Einzelhandel, was es das perfekte Werkzeug für diesen Kontext macht. BitBucks ist an sich lediglich eine Wallet, die man auf dem Smartphone oder dem Tablet installieren kann. Um Zahlungen zu tätigen, gibt man den entsprechenden Betrag in der Fiat-Währung seiner Wahl ein. Anschließend lässt sich der an der Kasse befindliche QR-Code des Händlers mit dessen Wallet-ID scannen und binnen einer Sekunde ist der Zahlungsvorgang abgeschlossen.

Die Zahlungen bei BitBucks sind gut dokumentiert und die Beträge werden in der gewünschten Fiat-Währung angezeigt. Optional ist es auch möglich, einen Betreff in der Wallet zu notieren, etwa die Produktnummer.

Anders als andere Wallets erlaubt BitBucks es, Zahlungen offchain zu verarbeiten. Das ist das Feature, das die Wallet in diesem Zusammenhang erst so spannend macht. Wenn jemand von einer BitBucks-Wallet an eine andere BitBucks-Wallet bezahlt, ist die Transaktion kostenlos und in Echtzeit bestätigt. 

Natürlich ist das Transaktionsmodell von BitBucks nicht so dezentral und vertrauenslos wie normale Bitcoin-Zahlungen. Aber es ist unter praktischen Gesichtspunkten die einzige sinnvolle Methode, um die Probleme zu lösen, die Bitcoin an der Ladentheke mit sich bringt.

Für die Zukunft plant BitBucks, APIs für die Nutzung im Online-Handel zu entwickeln. Dies würde die Wallet auch für den E-Kommerz zur perfekten Zahlungslösung machen. Bis es soweit ist, glänzt BitBucks jedoch nur im Einzelhandel, wo es die mit Abstand stärkste Methode ist, um Bitcoin-Zahlungen anzunehmen.
 

Benny Christmann
Geschrieben von

Benny Christmann

Benny kam bereits 2014 in Kontakt mit Bitcoin. Er ist ein Anhänger von Dezentralisierung und gesundem Geld. Benny glaubt dass Bitcoin das digitale Geld des Internet ist und er ist Verfechter eines demokratischen Geldsytems.

FAQ für Einzelhändler

Was ist BitBucks?

Die BitBucks Wallet ist eine mobile App für Android und iOS, die es ermöglicht einfach und schnell mit Bitcoin zu bezahlen und zusätzlich deine BTC sicher in deiner Bitcoin Wallet zu verwahren.

Wie bezahle ich mit der BitBucks App?

Ganz einfach! Über die Funktion "Zahlen" in der BitBucks App kannst du ganz simpel mit Bitcoin bezahlen. Innerhalb einer Sekunde ist der Betrag auf der Wallet des Zahlungsempfängers eingegangen.

Was benötige ich, um in meinem Geschäft BitBucks anzubieten?

Es braucht lediglich die BitBucks Wallet auf deinem Smartphone und einen dazugehörigen QR-Code, der in Kassennähe angebracht ist. Beim Bezahlvorgang scannt der Kunde diesen Code mit seiner Bitcoin Wallet, gibt den fälligen Betrag ein und innerhalb von Sekunden ist die Zahlungen auf deinem Handy eingegangen.

Was kostet mich als Händler eine Zahlung mit BitBucks?

Ein- und Auszahlungen sind für Händler mit der BitBucks App kostenlos. Zahlungen innerhalb der Wallet werden mit einer Transaktionsgebühr von einem Prozent veranschlagt. Im Vergleich dazu kosten eine Zahlung mit Kreditkarte dem Händler in Deutschland zwischen zwei und vier Prozent (ausgenommen der Gebühren für Kartenterminal-Anbieter) und ist somit weitaus teurer.

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